Reitsport-Arten!

Springreiten

Was ist das für ein Sport: Springreiten? Durch die zunehmende Beliebtheit und häufigen Fernsehübertragungen wissen eigentlich die meisten Menschen die Antwort. Springreiten oder Parcoursspringen ist ein Reitsport, bei dem in einer vorgegebenen Bahn mehrere Hindernisse überwunden werden müssen. Diese sehen zwar sehr stabil und fest aus, in Wirklichkeit liegen die Stangen aber nur lose obenauf, so dass sie bei der leichtesten Berührung durch die Pferdebeine herunterfallen. Geschieht dies, bekommt der Reiter vier Fehlerpunkte, verweigert das Pferd das Hindernis, so werden drei Fehlerpunkte registriert. Haben beim ersten Umlauf mehrere Reiter den Parcours fehlerlos bestritten, kommt es zu einem zweiten Umlauf und dann gegebenenfalls noch zu einem Stechen, in dem alle bis dahin fehlerlos gerittenen Teilnehmer noch einmal über den dann verkleinerten Parcours reiten müssen - jetzt geht es nicht nur um fehlerlose Ritte, sondern auch um eine günstige Zeit.
Die Zeichnung zeigt den Aufbau eines typischen Springparcours. Der kleinst Kurs hat mindestens 10 Sprünge mit jeweils 18 m Zwischenraum.

Dressur

Die Zahl der Dressurfreunde steigt ständig. Immer mehr Menschen nehmen die große Herausforderung an, mit ihren Pferden eine so enge Partnerschaft aufzubauen, wie sie für die Dressurreiterei nötig ist. Sie lieben es, die natürlichen Anlagen der Pferde durch Gymnastisieren zu fördern, um Adel, Ritterlichkeit und Kraft zu stärken.
LINKS:
RECHTS:

Vorbildliche Reithaltung: Schulter, Hüfte, Absatz sind eine Linie, der Blick ist nach vorne gerichtet, die Hände stehen aufrecht

Beim Halten muss das Pferd völlig unbeweglich, aber aufmerksam stehen und mit den Beinen in einem Quadrat.

   

 

Beim Mittelschritt muss das Pferd energisch vorwärts gehen mit gleichmäßigen, raumgreifenden Schritten.

Im Mitteltrab soll das Pferd couragiert nach vorne gehen, mit freien, raumgreifenden Tritten-nicht unbedingt schneller, aber mit mehr Spannung.

 

   

Beim versammelten Trab bleibt der Schwung der Hinterhand erhalten, wodurch das Pferd in der Vorderhand freier und Beweglicher wird.

Im Arbeitstrab kann das Pferd zeigen, ob es ausbalanciert ist. Die einzelnen Trabschritte müssen rhytmisch, gleichmäßig und elastisch sein.

Das Dressurpferd

Bei der Wahl eines Dressurpferdes müssen Sie vor allem auf den Charakter achten. Das Training eines Dressurpferdes dauert viele, viele Jahre lang. Während dieser Zeit dürfen Sie das Pferd nie als "Sportgerät" betrachten, sondern als gleichwertigen Partner, der zu respektieren ist. Nur eine harmonische Beziehung zueinander kann eine erfolgreiche Dressurarbeit erbringen, und deshalb ist es wichtig, den Partner - das Pferd - zu verstehen.

Ein Dressurpferd muss couragiert, energisch und interessiert seine Arbeit tun; ein kleiner Teufel darf ohne weiteres in ihm stecken, zumindest etwas Lausbubenhaftes, wodurch das Pferd sich selbst am besten präsentieren kann. Ein stures, faules, uninteressiertes Pferd ist genauso schlecht wie eines, das ständig in Panik gerät. Sie können einen guten Eindruck von "Ihrem" Pferd gewinnen, wenn Sie dessen Kopf genau studieren, vor allem Größe und Beweglichkeit von Augen und Ohren. Vorsicht bei zu kleinen Augen und bei unruhigen, nervösen Ohren! Reaktionen des Pferdes auf bestimmte Situationen zu beobachten, kann sogar noch nützlicher sein: Erschrickt das Pferd vor unbekannten Gegenständen, fremden Hindernissen oder sogar auf ein etwas strenges Kommando des Reiters?

Am wichtigsten aber ist eine gewisse athletische Körperverfassung. Die Pferde brauchen eine kräftige Hinterhand und viel Schulterfreiheit, um lange Schritte machen zu können. Außerdem müssen sie durchlässig, losgelassen und in voller Balance gehen, um allein schon das Training zu absolvieren. Gute Gänge, die das Pferd von Natur aus mitbringt, sind im Prinzip absolut nötig; andererseits hat mein eigenes Grand-Prix-Pferd solche Gänge nie besessen.

Besonders als junges Pferd, aber auch später konnte es am losgelassenen Zügel in keinem vernünftigen Schritt gehen, geschweige denn im Galopp. Dieser war immer ein ungleichmäßiger Viertakt - aber das Pferd hatte Charakter und athletische Fähigkeiten. Auch auf Größe, Gebäude und Haltung des Pferdes sollten Sie achten. Wenn diese Dinge stimmen, hat das Pferd nicht nur die Chance, ein gutes Dressurpferd zu werden, sondern ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch gesund. Doch kommt es auf die Größe allein nicht an. Wichtiger sind nach wie vor Charakter und ein gewisser "Sportsgeist". Dazu gehören ganz automatisch eine robuste Statur und fehlerlose Gliedmaßen.

Die große Beliebtheit der Dressurreiterei hat in Europa dazu geführt, Pferde speziell für diese Sportart zu züchten. So gibt es viele Hannoveraner, Trakehner, Holsteiner, Schwedische, Dänische und Holländische Warmblüter, aber auch Selle Francais und viele andere, die ein besonderes Dressurtalent entwickelt haben. Mit Vollblütern ist das so eine Sache. Die wirklich guten, sportlichen werden meistens als potentielle Derby- oder Goldcup-Gewinner verkauft. Schließlich werden sie ja auch vorwiegend für das Renngeschäft gezüchtet, nicht für das Dressurviereck. Sie haben meistens zu große Schwierigkeiten, sich zu versammeln, haben oft auch die Angewohnheit, andere Pferde zu beißen oder nach ihnen zu schlagen, und besitzen einfach nicht die nötige Disziplin. Und doch zieht fast jeder Reiter einen Vollblüter allen anderen Pferden vor, wenn er nach seiner Lieblingspferderasse gefragt wird.

Das beste Pferdematerial für die Dressur ist in Europa zu finden. Die englischsprechenden Nationen züchten kaum Dressurpferde, doch gibt es dort viele Vollblüter oder züchterische Kreuzungen, die natürliche Dressurveranlagungen zeigen.

Jagdreiten

Wie wir wissen, hat die Fuchsjagd ihren Ursprung in Großbritannien, aber schon im Mittelalter ritten Jäger im eurasischen Raum zusammen mit Hunden auf die Jagd. Auch existierte damals schon die Falken) Jagd auf Enten und andere Vögel, Hasen und andere Kleintiere. Die Mutigsten jagten Bären, Löwen und Leoparden, die sie zu Tode hetzten. Dadurch wurden den Jägern unbekannte Gebiete ihres Landes erschlossen, und die Welt wurde größer.

Die frühen Jäger sahen in ihren Pferden jedoch nur ein Arbeits- und Gebrauchsgerät. In Höhlengemälden kann man fürchterliche Stürze über viel zu hohe Hindernisse sehen. Mutig waren sie schon, aber noch keine richtigen Pferdekenner oder gar Reiter. Vielleicht hat ihnen diese wilde Reiterei Spaß gemacht; aber was war das für ein Pferdeleben?

Dass Training für alle Pferde und Reiter sein muss, war schon immer bekannt. Doch leider hat der Jäger früherer Zeiten seine eigene Ausbildung und die des Pferdes total vernachlässigt, hetzte der Spur des Fuchses hinterher, hatte Spaß daran und meinte vielleicht, zuviel "Wissenschaft" ums Reiten herum könnte ihm den Spaß nur verderben.

 


Westernreiten

Ursprünglich waren die Reiter, die im Western- oder wie man auch sagt - im amerikanischen Reitstil ritten, Arbeiter, nämlich Cowboys. Diese waren geübte Reiter mit viel Pferdeverstand, die sich bei der Arbeit mit den Viehherden ganz auf ihre Pferde verließen. Ein Cowboy, der dies nicht tat und sein Pferd nicht selbsttätig arbeiten ließ, sondern es beherrschen wollte, war kein guter Viehhirt und kein guter Reiter. Und darin liegt das Prinzip der Western-Reiterei: Das Pferd arbeitet völlig selbständig. Der Reiter denkt nur, was jetzt zu tun ist, und schon tut es das Pferd.

Dies bedarf natürlich viel Übung und Vertrauen. Ein echter Cowboy erkannte und verstand die Anatomie eines Pferdes und wusste auch genau, die richtigen Hilfen einzusetzen, um Nerven und Muskeln des Pferdes zum Arbeiten zu bringen.

Was ist ein Westernpferd?

Fast alle Warmblüter könnten im Prinzip Westernpferde sein - aber eben nur durchschnittliche. Denn das Westernpferd ist das American Quarter Horse. Dieses Pferd hat den "Cow sense", den sonst keine Pferderasse besitzt, und sie sind kräftig und ausdauernd.

Beim Westernreiten kommt es vor allem auf Geschwindigkeit und schnelles Reagieren an. Pferde zwischen 145 und 155 cm Stockmaß sind am besten geeignet. Sie brauchen eine gute Knochenstruktur mit kurzen Röhrbeinen und dicken Muskeln, vor allem an der Hinterhand.



Distanzreiten

Distanzreiten ist wohl der älteste Pferdesport. Der erste Mann (oder war es eine Frau?), der sich auf den Pferderücken schwang, erlebte vermutlich keinen sehr schönen Ritt. Aber trotzdem setzte sich das Pferd durch, konnte man mit ihm doch Dinge viel schneller und über längere Distanzen transportieren, als es der zu Fuß gehende Mensch bis dahin konnte. Seit Jahrhunderten wird immer wieder mehr oder minder Wahres von unglaublich langen Armeemärschen oder Völkerwanderungen erzählt, die hoch zu Roß stattfanden; und so mancher Arzt schuldet seinem Pferd wohl viel Dank, weil es ihn schnell und sicher zu einem kranken Patienten gebracht hat. Bis heute ist die Bewunderung geblieben für die mutigen Pferde, die über viele Meilen auf unwegsamen Gebirgspfaden, auf Schlachtfeldern oder in ausgedörrten Wüstengegenden Meldungen und Nachrichten übermittelten.

Bekannt geworden ist Tschiffley und sein 10000 Meilen-Ritt quer durch Amerika mit seinen treuen Pferden Mancha und Gato.

Der heutige Sport hat in diesen Begebenheiten seine Grundlagen gefunden. Und zusammen mit etwas Wettbewerbsgeist ist ein schöner Sport daraus geworden, der nicht mit unnötigem Stress verbunden ist. Selbst nach einem langen Ritt müssten Reiter und Pferd in der Lage sein, noch weiterzureiten. Dazu ist natürlich ein korrekter Körperbau des Pferdes nötig'; denn es kann immer nur so gut sein wie sein schwächster Körperteil.

Show-Reiten

Wer noch nie an einer solchen Veranstaltung teilgenommen hat, kann mit Sicherheit nicht verstehen, warum so viele Menschen soviel Zeit und Geld dafür opfern, Stunden und Stunden bei jedem Wetter auf dem Reitplatz zu verbringen - alles nur, um eine vielbegehrte Rosette zu erwerben. Aber für Teilnehmer und Eingeweihte ist es immer wieder ein großes Ereignis.

Pferdeschau-Veranstaltungen macht man nicht wegen des Geldes mit. Sie sind vor allem für Züchter wichtig, die sich einen Überblick über das "Waren"-angebot verschaffen und ihre eigene Ware anbieten wollen, aber auch für Amateurreiter, die auch mal zeigen wollen, was sie und ihre Pferde können.

Die Pferde werden an der Hand und unter dem Sattel gezeigt. Alle Rassen und Typen und jede Altersgruppe darf mitmachen vom Shetlandpony bis hin zum schweren Shire-Kaltblut. Bei der Beurteilung gibt es natürlich von den einzelnen Richtern verschieden bevorzugte Pferde. So kann jeder Teilnehmer mal ganz oben sein, beim nächsten Mal ganz unten.

Fahrsport

Für die wachsende Zahl der Enthusiasten, die lieber hinter ihren Pferden sitzen als auf ihnen, gibt es seit etwa 60 Jahren eine Menge sportlicher Aktivitäten, die sich aus der Arbeit der Transportpferde entwickelt haben. Nach dem Ersten Weltkrieg war in den westlichen Ländern die Fahrkunst eines Kutschers fast in Vergessenheit geraten: Das Auto setzte sich immer mehr durch. Aber es gab immer noch einige Anhänger dieser Sportart, und in den letzten zehn Jahren stieg deren Zahl beträchtlich. Deshalb hat die FEI (Federation Equestre Internationale) für den Fahrsport auf internationaler Ebene neue Regeln und Wettkampfmöglichkeiten geschaffen.